Bis zum 30.06.2001 war ich einer von ca. 1.100 Schülern am Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf bei Erlangen. Das ist ein mathematisch-naturwissenschaftliches und neusprachliches Gymnasium, an dem zuletzt über 100 Lehrer auf die Schüler aufpassen mussten.
Die Schule wurde 1970 vom Landkreis Erlangen (jetzt: Erlangen-Höchstadt) gegründet und feierte im April 2000 ihr 30-jähriges Bestehen. Im Rahmen dieses „TOTs“ (Tag der offenen Tür) fand auch die Knoff-Hoff-Show statt, die der LK Physik verantstaltete und die ein Mega-Erfolg wurde!
Damit es uns Schülern nicht langweilig wurde, war bei uns einiges geboten. Neben den vielen Arbeitsgemeinschaften (AGs) – u.a. eine zur Erstellung und Pflege der Schul-Website, bei der ich lange Zeit (von 1997 bis 2000) aktiv mitgearbeitet habe – gab es immer wieder irgendwelche Aktivitäten, wie z.B. das Sommerfest oder die Projekttage am Schuljahresende. Wenn das Wetter mitspielte, hatten wir im Jahr zwei Wandertage, ansonsten halt weniger.
Wenn es mal kein Hitzefrei gab, machten die Abiturienten mit dem alljährlich wiederkehrenden Abi-Streich auf sich aufmerksam. Nicht zuletzt ist natürlich auch die Schülerzeitung BOMBE zu erwähnen: vor allem die Lehrer-Zitate und lustige aber auch informative Artikel lockern den Schul-Alltag immer wieder etwas auf.
Und dann kam irgendwann, ganz plötzlich und völlig unvorhersehbar die Kollegstufe (12./13. Klasse). Nach der Info-Veranstaltung Ende der 11. Klasse erstmal völlig verwirrt und mit der von Anfang an unglaubwürdigen Hoffnung, die richtigen Kurse gewählt zu haben, konnte es dann recht bald losgehen. Dass ich noch im selben Herbst meinen Führerschein gemacht hab, war mehr als praktisch – bei den Busverbindungen (3x rein und 4x raus pro TAG!) zu den Unterrichtszeiten (z.B. mittendrin mal 4 Stunden frei und dann um 18 Uhr Schluss). Naja, irgendwann Mitte der 13. Klasse hab ich dann auch das Punkte-System kapiert und festgestellt, dass meine Lage zwar hoffnungslos, aber nicht ganz so ernst wie befürchtet war. Nachdem die Abi-Zeitung schließlich fast fertig war, konnte ich mich auch auf die Abitur-Prüfungen vorbereiten, und glücklicherweise auch diesen meinen Lebensabschnitt noch erfolgreich abschließen.
Website des Abitur-Jahrgangs 2001 am EvBG
Auf unserer Abi-Website sind fast alle Inhalte der Abi-Zeitung nachzulesen, außerdem gibt es zusätzliche Farbfotos z.B. vom Abi-Streich (an dem die Zeitung verkauft wurde) und eine Weile lang war auch das Diskussionsforum (eine meiner frühen PHP-Entwicklungen) einigermaßen gut besucht. An dieser Schule war unser Jahrgang der erste, der eine eigene Website ins Netz stellte, vermutlich nicht zuletzt aufgrund meines Einsatzes dafür. Die folgenden Jahrgänge haben es sich natürlich nicht nehmen lassen, diesem Vorbild zu folgen.
Das böse „F“-Wort: die Facharbeit
Ich habe meine Facharbeit im Fach Physik über das Thema „Wasserstandsmessung durch Kapazitätsänderung im Kondensator“ geschrieben. Dabei entstand ein Aufbau, der mit einem Kondensator einen Wasserstand misst, die variable Kapazität in eine Frequenz umwandelt und mit einem C-Control-Einplatinen-Computer in die Wasserhöhe umrechnet. Dabei nutze ich den Effekt, dass sich die Kapazität eines Kondensators bei unterschiedlichem Dielektrikum verändert. Bei Wasser ist das sehr deutlich zu beobachten.
Die letzten zwei Monate
Dezember 2000: Momentan bin ich noch in der Bauphase, mein Versuch entsteht so langsam. In den Weihnachtsferien wird dann der Rest außenrumgetextet. Etwas präziser: Der Kondensator ist fertig, ich habe eine Schaltung, mit der ich die Kapazität in eine Frequenz umwandeln kann. Jetzt kommt das Fein-Tuning, d.h. die Kapazitäten und Widerstände der Schaltung müssen auf den gegebenen Frequenzbereich abgestimmt werden. Erste Messungen habe ich zwar schon, bin damit aber noch nicht fertig.
Januar 2001: Da der Abgabetermin (01.02.2001) immer näher rückt, bleibt mir nicht mehr viel Zeit, die letzten Gedanken zu formulieren. Aber der praktische Versuch, das Grundgerüst der Facharbeit, samt Formatierungen, und mehr als die Hälfte des Inhalts sind bereits fertig. Jetzt muss ich mir erstmal wieder einen Gesamtüberblick verschaffen und dem Ganzen den letzten Schliff verpassen.
31.01.2001, mittags: Um mich herum leiden viele an der Facharbeits-Krankheit, weshalb sie nur selten in der Schule zu sehen sind. Und obwohl ich selbst das gleiche befürchtet hatte, war ich doch schon fast eine Woche vor Abgabe ziemlich fertig (mit der Arbeit!) – und hatte sogar wieder Zeit, die Webseite zu aktualisieren.
Der Text ist jetzt korrekturgelesen, mittlerweile, nach der Überwindung teilweise beängstigender technischer Probleme, auch ausgedruckt... Ich muss ihn nur noch binden lassen und abgeben. Der Countdown läuft bereits!
Einleitung
In dieser Facharbeit soll es darum gehen, auf eine zwar ungewöhnliche, aber technisch durchführbare Art und Weise mittels eines einfachen Plattenkondensators den Wasserstand in einem Tank zu ermitteln. Normalerweise würde man diese Aufgabe mit einem Schwimmer realisieren, der mit einer Feder verbunden ist, und jetzt die Länge des Seils messen. Da die hier zum Einsatz kommende Mechanik allerdings in bestimmten Umgebungen störungsanfällig oder erst gar nicht verwendbar ist, wie z.B. in bewegten Tanks oder solchen, die kein definiertes „oben“ und „unten“ haben, hat diese etwas ausgefallenere Lösung durchaus ihre Existenzberechtigung, sie kommt nämlich ganz ohne bewegliche Teile aus. Das Prinzip ist einfach: da sich die Kapazität eines Kondensators mit einem unterschiedlichem Dielektrikum, also dem Material zwischen den Platten, verändert, und dieser Effekt bei Wasser besonders gut zu beobachten ist, kann ich sie messen, mithilfe einer Oszillator-Schaltung in eine variable Frequenz umwandeln und schließlich in einem digitalen System zählen. Aus dieser ermittelten Frequenz kann man dann den Wasserstand ausrechnen und anzeigen. Gegebenenfalls lassen sich auf dieser Plattform auch Warnfunktionen implementieren, aber diese Erweiterung soll hier nicht das Thema sein. Ich werde in dieser Facharbeit nur die grundlegenden Eigenschaften dieses Verfahrens und der Umsetzung in einen reellen Aufbau erläutern.
Download
Facharbeit (PDF, 18 Seiten, 881 kB)
Fotos der Entwicklung